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Himmelsstürmer mit Bodenhaftung

INTERVIEW MIT JÖRG HESSLER, LEITER CLUB SERVICE CENTER DER GIRA AKTIV PARTNER
STAND 2012

Der Club der Gira Aktiv Partner ist in der gesamten Branche einmalig. Außergewöhnlich sind nicht nur die vielen Aktivitäten, sondern auch der persönliche Umgang und das vertrauensvolle Verhältnis zwischen Gira und den Mitgliedern. Als Leiter des Clubs spielt Jörg Hessler im Geschehen eine zentrale Rolle. Zuletzt bestieg er mit 33 Teilnehmern den Pfaffenkogel in den Stubaier Alpen. Im Rahmen einer Bergtaufe stemmte er auf 3366 Metern Höhe das Gipfelkreuz in den Boden. Ein Gespräch über eine Erstbesteigung mit Abenteuerfaktor und warum Events wie diese den Club so erfolgreich machen.

Themen Dieses Artikels


Aktive Kundenbindung


Kreative Events gestalten


Projekte mit Weitblick

Herr Hessler, können Sie das Club-Konzept kurz erläutern?

JH: Der Club ist ein Angebot von Gira an Elektrofachbetriebe. Der Grundgedanke ist, gemeinsam mit unseren Partnern am Markt mehr zu erreichen, sie in den Gebieten zu unterstützen, die eigentlich nicht zu ihrem Kerngeschäft gehören – wie zum Beispiel in den Bereichen BWL, Marketing, Werbung oder Mitarbeiterschulung. Wir überlegen uns, wo wir unterstützen können und wie sich Betriebe überdurchschnittlich für den Markt qualifizieren lassen.

Neben Workshops, Vermarktungsaktionen, Schulungen organisieren Sie für die Club-Mitglieder auch regelmäßig sehr außergewöhnliche Events.

JH: Ja, wir verbinden oft die Arbeit mit Events, führen beispielsweise einen Workshop durch und gönnen uns danach etwas Vergnügen.

Sie haben mit einem Teil Ihrer Club-Mitglieder die seltene Chance zu einer Bergtaufe bekommen, was ja wirklich ein einmaliges Erlebnis ist. Wieso ging das Angebot ausgerechnet an Sie?

JH: Der Alpenverein wollte eine Anlaufstation unterhalb des Zuckerhütl schaffen, der auf 3500 Metern Höhe liegt. Als Entschädigung, damit Wandergruppen eine Bergbesteigung mit Gipfelkreuz verbuchen können, auch wenn plötzlich schlechtes Wetter aufzieht. Wir machen jetzt schon ein paar Jahre Touren dort, dadurch haben wir gute Kontakte zu den Bergsteigervereinigungen in Österreich, auch der Vorsitzende ist ein paar Mal mit uns wandern gewesen. Und die haben gesagt: Wenn wir das mit einem machen, dann mit Gira.

Wie sahen die Rahmenbedingungen der Tour aus?

JH: Eingeladen wurden alle rund 1200 Club-Mitglieder, maximal 33 konnten wir mitnehmen. Wer sich zuerst gemeldet hat, durfte mit. Getroffen haben wir uns zunächst zum Weißwurst-Frühstück bei einem Elektromeister-Kollegen in Rosenheim, dann sind wir zur Stubaier Gletscherbahn gefahren und von der Endstation zur Hildesheimer Hütte gewandert, unserem Basislager auf 2300 Metern. Am nächsten Morgen um sechs Uhr ging es los.

Diese Tour hatte ja schon Abenteuerfaktor …

JH: Ja, da waren schon ein paar extreme Situationen dabei. Schon relativ zu Beginn ging es an einem schmalen Steinsims entlang, wo man 300 Meter tief in eine Schlucht blicken konnte. Natürlich waren wir mit Helm, Klettergürtel und Haken am Stahlseil gesichert. Trotzdem wäre ich allein diesen Weg nie gegangen. Mit der Gruppe hat man jedoch eher den Mut, zu sagen: Das schaffst du auch.


„Ich will ja keine Verkaufsveranstaltung durchführen, sondern mit Serviceleistungen weiterhelfen.”

Jörg Hessler


Wurde es noch extremer?

JH: Ja, nach dem Tal ging es immer höher in Richtung Berg, und dann fing irgendwann der Gletscher an, auf dem wir mit unseren Eisen teils extreme Steigungen überwinden mussten, in Fünfergruppen an den Seilen und mit dem Bergführer vorweg. Der gab immer Anweisungen, was hieß, dass wir nicht stehen bleiben sollten, stellenweise hörte man auch schon mal das Eis knacken.

Sie sollten nicht stehen bleiben, weil das Eis sonst brechen könnte?

JH: Ja, der Letzte in der Gruppe ist immer am meisten gefährdet, weil vorher schon mehrere über die Stelle gegangen sind. Einer unserer Kunden ist tatsächlich in eine Gletscherspalte eingebrochen. Aber alle waren ja am Seil, mit Eisen an den Schuhen und Helmen auf dem Kopf, da war das kein großes Problem. Die Gruppe hat ihn gut gehalten, man konnte den Oberkörper auch noch sehen.

Hoppla. Gab es noch weitere „Highlights“ in puncto Grenzerfahrung?

JH: Das letzte Stück war auch noch eine Herausforderung. Der Zuckerhütl war bis vor zehn Jahren noch komplett in Schnee und Eis gehüllt. In den letzten Jahren ist der Gletscher aber stark geschmolzen, sodass man dort einen Geröllhaufen vorfindet mit riesigen Steinen, über die wir die letzten 250 bis 300 Höhenmeter klettern mussten.

Das klingt anstrengend.

JH: Anstrengend, weil es sehr hoch ist, aber die meiste Kraft hat hier die Überwindung gekostet. Wir kamen nach dem Gletscher dorthin und waren sowieso schon erschöpft. Dann sahen wir auf einmal diesen Berg, der noch immer 300 Meter in die Höhe ging, und unser Führer sagte: „Da gehen wir jetzt noch hoch.“ Ein Kunde und ich haben eine halbe Stunde lang mit ihm diskutiert, ob wir das noch machen sollen. Schließlich hat er ein Machtwort gesprochen und gesagt: „Wir gehen jetzt da hoch. Wenn ihr da nicht hochgeht, werdet ihr das euer Leben lang bereuen.“ Und dann haben wir allen unseren Mut zusammengefasst und sind gegangen.

Und schließlich hatten Sie es geschafft. Was war das für ein Gefühl?

CV: Ich habe nur gedacht: Zum Glück hast du das gemacht. Zumal dann der Helikopter mit unserem Kreuz kam, das jetzt auch in allen Wanderkarten auftaucht, da bin ich schon froh, dabei gewesen zu sein. Auch später, als wir wieder unten waren, kam ein richtiges Glücksgefühl auf. Ich konnte mir sagen, jawohl, du hast es geschafft, du hast die Angst überwunden.

Einsätze wie diese haben ja schon recht extreme Seiten. Warum tun Sie sich das an?

JH: Weil das zusammenschweißt. Die besten Kundenbeziehungen entstehen bei solchen Reisen. Wenn Sie in so einer Fünfermannschaft über den Gletscher gehen und wissen, Sie müssen jetzt demjenigen vor und hinter sich vertrauen, dann schweißt das unwahrscheinlich zusammen, so etwas vergisst man nicht.


Jörg Hessler lässt sich auch mal allein den Wind um die Nase wehen: „Unterwegs bin ich gefordert, immer in Diskussionen, in Gesprächen mit Kunden. Aber meine Kraft gewinne ich hier, allein in der Natur, im kleinen Radevormwald, zum Beispiel bei einer Tour mit dem Motorrad.“


Redet man auf der Wanderung eigentlich auch mal übers Geschäft?

JH: Ja durchaus. Bei den Wanderungen oder abends auf der Hütte ergibt sich das fast von selbst. Ich versuche aber nur, das ein bisschen anzustoßen. Ich will ja keine Verkaufsveranstaltung durchführen, sondern mit Serviceleistungen weiterhelfen oder Kunden mit interessanten Partnern zusammenbringen.

In Zahlen lässt sich das aber nicht messen, oder?

JH: Nein, so ist das aber auch nicht gedacht, denn unsere gute und vertrauensvolle Beziehung zu den Mitgliedern funktioniert eben genau darum, weil hier nicht nur in Zahlen gedacht wird. Es ist ein Riesenverdienst von Gira, das erkannt zu haben und dieses Konzept überhaupt in der Form mitzutragen und zu finanzieren. Das Unternehmen hat diesen Weitblick, zu sehen, dass mit dem Club nur auf lange Sicht etwas wirklich Positives entstehen kann.

So viel zum Unternehmen. Und wo sehen Sie Ihren besonderen Beitrag zum Club?

JH: Ich denke, ich kann Dinge gut filtern, kann gut zuhören, habe Verständnis für das Geschäft des Handwerks und spreche dessen Sprache. Ich bekomme hier sehr wertvolle Informationen aus der Branche und weiß, wo noch Optimierungsbedarf herrscht. Das ist das eine. Dann gehört natürlich auch ein wenig Kreativität und Abstraktionsvermögen dazu, die Dinge, die man hört, in die Maßnahmen umzusetzen, die wir dann innerhalb des Clubs durchführen. Hier suche ich auch selbst gerne die Abwechslung, finde das Neue inspirierender als Altgewohntes.

Sie sind jetzt seit rund 15 Jahren im Club aktiv. Können Sie nach all der Zeit ein Ergebnis erkennen?

JH: Das sehe ich, wenn ich vor Ort in einen Betrieb fahre. Da kann ich fühlen, welche Fan-Community sich hier über Jahre hinweg entwickelt hat. Es gibt viele Menschen, die stolz sind, „Girianer“ zu sein. Das ist schon toll, zu sehen, dass wir hier für unsere Kunden etwas ganz Persönliches und Unvergessliches geschaffen haben, auch wenn unsere Events nicht die breite Masse erreichen. Aber es sind Events, die unsere Kunden nie wieder vergessen.

STECKBRIEF JÖRG HESSLER


Geboren
1972

Bei Gira seit
1993

Ausbildung
zum Industriekaufmann

Werdegang bei Gira
Jörg Hessler war nach der Ausbildung zunächst mitverantwortlich für das Leistungsangebot des Clubs der Gira Aktiv Partner. Seit 2001 leitet er das Club Service Center der Gira Aktiv Partner. Heute ist er zusätzlich verantwortlich für den Gira Marketing-Service und für die Partnerkonzepte der Gira Revox Studios und der System- Integratoren. Während seiner Zeit bei Gira absolvierte er diverse Weiterbildungmaßnahmen. Neben dem fortlaufenden Englischunterricht nimmt er an allen Clubseminaren für die Zielgruppe Unternehmer, Unternehmerin, Junior/Nachfolger, Büroteam, Meister, Techniker und Lehrlinge teil.

Aktuelle Weiterbildungsmaßnahme
Wie oben beschrieben, gilt die Teilahme an den Cubseminaren auch für 2012. Besonders freut sich Jörg Hessler in diesem Kontext auf ein Präsentationsseminar mit Stimmtraining durch einen Radio-Moderator.

[Stand 2012]


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