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Lebensweg mit starker Begleitung

INTERVIEW MIT GABRIELE GÜNTHER, FACHLICHE UND DISZIPLINARISCHE TEAMLEITERIN, CONTRACT MANAGER DER TELEFONANLAGE
STAND 2014

Wer öfters bei Gira anruft, hat ihren Namen sicherlich schon gehört. Gabriele Günther hat bereits vor 38 Jahren bei Gira als Telefonistin angefangen. Vor sechs Jahren ist sie im Alter von 55 Jahren noch zur Teamleiterin aufgestiegen. Diese Herausforderung hat sie mit viel Energie gemeistert und auch gesundheitliche Einschränkungen können sie nicht aus der Bahn werfen.

Themen Dieses Artikels


Weiterentwicklung und Aufstieg


Gesundheitsmanagement


Leben und Arbeiten bei Gira

Sie haben bereits 1976 bei Gira als Telefonistin angefangen. In den vielen Jahren in der Telefonzentrale haben Sie sicherlich die unterschiedlichsten Anrufe angenommen und weitergeleitet und mit ganz verschiedenen Leuten gesprochen. Was sind für Sie die schönsten Momente in diesem Job?

GG: Wenn genug Zeit bleibt, um mit Kunden, die öfters anrufen, auch hin und wieder über etwas Privates zu sprechen. Oder wenn es die Gelegenheit gibt, mal einen Scherz zu machen, über den herzhaft gelacht werden kann.

Es gibt aber auch weniger freundliche Anrufe. Man muss sich sicherlich ein dickes Fell zulegen und manche Situationen mit Humor nehmen. Wie gehen Sie mit schwierigen Situationen um?

GG: Ganz einfach, indem ich den Anrufer ausreden lasse und besonders freundlich und zuvorkommend bin. Das ist meine Devise gewesen all die Jahre. Und das hat immer sehr gut funktioniert.

Auch wenn man mal ruppig behandelt wird?

GG: Gerade dann finde ich es besonders wichtig, höflich zu sein. Ich zeige Verständnis für den Kunden und sein Anliegen. Die Zentrale ist der erste Anlaufpunkt. Da wird natürlich auch mal Dampf abgelassen. Aber ich weiß ja, dass der Anrufer das nicht persönlich meint.


Gabriele Günther arbeitet schon lange im Unternehmen, sie hat vor 38 Jahren bei Gira als Telefonistin angefangen. Inzwischen ist sie Teamleiterin und ihre vielfältigen Aufgaben machen ihr großen Spaß.


Sie haben als Telefonistin bei Gira angefangen und vor etwa sechs Jahren einen wichtigen Karriereschritt gemacht. Da sind Sie zur Teamleiterin aufgestiegen. Was bedeutet das für Sie?

GG: Es ist sehr wichtig für mich, dass ich diese Möglichkeit hatte. Im Alter von 55 Jahren so eine große Chance zu bekommen, hat mich in meiner bisherigen Tätigkeit bestätigt. Die Firma Gira hat mir genügend Zeit gegeben, um in diese Position hineinzuwachsen.

Wie sah dieses Reinwachsen aus?

GG: Ich habe von Beginn an intensive Schulungen besucht. Und die Schulungen laufen auch heute noch weiter. Als Führungskraft muss ich ja zum Beispiel auch ernste Gespräche mit den Mitarbeitern führen. Dafür bekomme ich jede erdenkliche Hilfe. Übrigens ist es auch nicht so ganz einfach, wenn Sie von einer Kollegin zu einer Vorgesetzten werden.

Der Aufstieg wurde Ihnen von Gira vorgeschlagen. Waren Sie direkt dafür?

GG: Ich habe mir erst mal Bedenkzeit einräumen lassen, mich dann aber schnell mit Stolz dafür entschieden.

Was hat sich verändert, dadurch dass Sie Teamleiterin geworden sind?

GG: Mein Arbeitsfeld hat sich dadurch sehr verändert. Es sind einige neue Aufgaben dazugekommen, deswegen bleibt mir weniger Zeit, um selbst in der Zentrale zu arbeiten. Meine heutige Aufgabe ist eher das Administrative. Ebenso bin ich die Schnittstelle zwischen Gira und dem Dienstleister der Telefonanlage.


In ihrer Freizeit entspannt sich Gabriele Günther bei Spaziergängen und beim Kochen und Backen.


Sie haben vor einiger Zeit bedrohliche gesundheitliche Probleme überwinden müssen. Trotz bleibender Einschränkungen meistern Sie nun wieder bestens Ihren Job und sind auch als Mitglied des Betriebsrates aktiv. Wie schaffen Sie das alles?

GG: Ganz einfach: Ich arbeite sehr gerne. Aber natürlich musste ich lernen, auch einen Gang runterzuschalten, was mir bis heute immer noch schwerfällt. Nun bin ich schon seit zwölf Jahren als Betriebsrat tätig. Und ich habe gerade für vier weitere Jahre die Zustimmung meiner Kollegen bekommen. Aber auch da werde ich nicht mehr in so vielen Ausschüssen tätig sein wie vorher, dafür aber genauso intensiv.

Wie hat sich der Arbeitgeber in dieser schwierigen Lebenssituation verhalten?

GG: Ich erzähle einfach mal ein Beispiel: Als ich noch im Krankenhaus lag, habe ich erfahren, dass ich von nun an ein Sauerstoffgerät nutzen muss. Da habe ich mit meinem Vorgesetzten gesprochen und gesagt, na gut, das kann ich ja in meinem Zimmer hinter dem Empfang tragen. Da sieht mich dann keiner mit dem Gerät. Da hat mir mein Chef tüchtig den Kopf gewaschen und gesagt: „Das ist doch kein Makel, für den man sich schämen muss. Du kannst dich selbstbewusst mit dem Gerät zeigen und dich durch die Firma bewegen. Du brauchst dich nicht damit zu verstecken.“ Und so mache ich das jetzt, in der Hoffnung, dass ich dadurch den ein oder anderen Kollegen in einer entsprechenden Situation ermutigen kann.

Da sehen Sie also auch eine Vorbildfunktion, die Sie erfüllen?

GG: Ja, als Ermutigung für andere sehe ich das. Aber Sie können mir glauben, dass mir das am Anfang nicht leichtgefallen ist. Wenn ich mit dem Gerät durch den Betrieb gehe, habe ich zumindest das Gefühl, dass die Kollegen besorgt oder erschrocken aufschauen. Das kostet schon Überwindung. Aber ich bin stolz auf mich, das geschafft zu haben. Und Gira hat mich unterstützt, mich dazu ermutigt, damit offen umzugehen. Darüber bin ich sehr froh.

Wie entspannen Sie sich, wenn der Job Sie doch sehr schafft? Was tun Sie, um dann wieder fit zu werden?

LF: Im Winter nutze ich das Angebot von Gira und besuche das Fitnesscenter oder ich entspanne auch mal gerne mit einem guten Buch auf dem Sofa. Im Sommer bin ich draußen und genieße meinen Garten. Was mich sehr entspannt, ist Kochen und Backen. Ich lade sehr gerne Freunde ein und freue mich, wenn sie sich bei mir wohlfühlen und ihnen das Essen gut schmeckt, das ich gekocht habe. Wenn das Wetter es erlaubt, gehe ich spazieren. Schon bei geringer Belastung muss ich das Sauerstoffgerät mitnehmen. Übrigens habe ich es Willy getauft, denn es ist mein ständiger Begleiter. Beim Spazierengehen benutze ich zusätzlich einen Rollator, der mich dabei unterstützt, den fünf Kilogramm schweren Willy zu transportieren. Auch an den Rollator musste ich mich erst mal gewöhnen. Ich habe da immer so meine Runde, die ich gehe. Für die brauchte ich am Anfang eine Stunde. Nun schaffe ich die schon in 45 Minuten.

Es sind für Sie nur noch wenige Jahre bis zum Ruhestand. Wenn es dann so weit ist, wird Ihnen Gira fehlen?

GG: Ja, Gira wird mir sehr fehlen, vor allem der Kontakt zu den Kollegen. Aber auch die Arbeit und die verschiedenen Aufgaben werde ich vermissen. Ich sitze immer noch gerne am Telefon und führe Gespräche. Was ich im Ruhestand machen möchte, darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Ich hätte schrecklich gerne wieder einen Hund. Das geht mit meiner Erkrankung leider nicht mehr. Dafür bin ich nicht immer fit genug. Daher habe ich mir jetzt überlegt, ich werde regelmäßig ein Altersheim oder ein Krankenhaus besuchen und dort vorlesen oder ich werde Vorlesetante in einem Kindergarten. Vielleicht geht das ja auch später mal in der Gira Kindertagesstätte. Das wäre schön, dann kann ich darüber Kontakt zu der Firma halten.

STECKBRIEF GABRIELE GÜNTHER


Geboren
1952

Bei Gira seit
1976

Ausbildung
Einzelhandelskauffrau

Werdegang bei Gira
Sie beginnt bei Gira als Mitarbeiterin in der Zentrale. Seit 2001 ist sie Mitglied im Betriebsrat. Sie absolviert eine interne Fortbildung und wird 2008 fachliche und 2009 disziplinarische Teamleiterin. Außerdem wird sie zum Contract Manager der Telefonanlage und damit Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um die Telefonie bei Gira.

[Stand 2012]


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