Analytiker mit Menschenkenntnis

Ihre tägliche Arbeit besteht also vor allem aus dem Lösen von Konflikten?

Als Betriebsrat führe ich viele Gespräche bis hin zu größeren Beratungen. Dazu gehören auch Führungskräfte, die etwas umsetzen wollen, sich aber zum Beispiel unsicher sind, inwiefern sie in Konflikt mit dem Arbeitsrecht kommen. Ich sitze außerdem in verschiedenen Arbeitskreisen etwa zum demografischen Wandel oder zum Thema Work-Life-Balance, und extern bin ich als Mitglied der IG Metall das Bindeglied zur Gewerkschaft.

In Ihrer Funktion als Betriebsrat: Welche Einstellung haben Sie dem Unternehmen gegenüber?

Ich gehöre zu den Betriebsräten, die sich ganz klar zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit verpflichtet haben und die Belange des Unternehmens im Auge behalten. Denn nur, wenn es dem Unternehmen gut geht und es hier vernünftig läuft, sind die Arbeitsplätze gesichert. Und ich denke, da liege ich richtig. Als ich hier angefangen habe, waren wir rund 600 Mitarbeiter, heute sind es über 1000.

Dem Unternehmen scheint es gut zu gehen.

Ja. Betriebsräte können da aber auch viel zerstören. Das ist ja eine Machtposition. Viele wissen gar nicht, welche Macht eigentlich ein Betriebsrat haben kann. Aber Machtspielchen liegen mir nicht. Macht ist etwas Gutes, aber man muss sie positiv nutzen.

Das Verhältnis zwischen Betriebsrat und Gira scheint also recht friedlich zu sein. Ist das nicht ungewöhnlich? Die Medien berichten ja meist über ganz andere Fälle.

Wenn Sie die Berichterstattung der Presse anschauen, bekommen Sie natürlich immer nur die negativen Fälle mit. Die großen, erfolgreichen Unternehmen haben aber oft, so wie Gira, moderate und trotzdem klar positionierte Betriebsräte. Die wissen, was sie wollen, sind dabei aber nicht unbedingt auf Konfrontations-, sondern auf Verhandlungskurs unterwegs. Das ist sogar ein Standortvorteil für Deutschland.

Wie meinen Sie das jetzt?

Die Mitbestimmung in Deutschland kann Unternehmensentscheidungen positiv beeinflussen. Wenn Entscheidungen immer nur aus der Managementebene, d. h. aus einer gewissen Entfernung heraus getroffen werden, zerschießt man eventuell das ganze System. Das bedeutet, die Produktivität geht in den Keller, Mitarbeiter werden unzufrieden, Fluktuation und hoher Krankenstand herrschen. Wenn, wie bei Gira, eine vernünftige Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Management erfolgt, zählt die Gegenseitigkeit. Da wird ein Betriebsrat genauso ernst genommen wie ein Manager. Man wägt die Vor- und Nachteile gegeneinander ab und fällt die für das Unternehmen beste Entscheidung.

Wie empfinden Sie in Ihrer speziellen Position denn Gira als Arbeitgeber?

Gira ist noch immer das, was ich unter einem Familienunternehmen verstehe. Hier sieht man einen Herrn Giersiepen überall im Unternehmen, der interessiert sich für die Menschen. Nach seiner Aussage stehen die Türen immer offen, und das stimmt auch. Er erwartet natürlich, dass die Hierarchien innerhalb der Aufgabenverantwortung eingehalten werden, aber wenn es darum geht, mal miteinander zu reden, dann spielt auch das keine Rolle.

Es gibt ja immer diese Aussage zu den Hidden Champions, die besagt, dass es eigentlich attraktiver sei, für den Mittelstand zu arbeiten, gerade für Absolventen, die ganz frisch von der Uni kommen.

Im Konzern kann man bestimmt schneller „Karriere“ machen, aber auch viel schneller verhunzt werden. Im Familienunternehmen habe ich den Vorteil einer hohen Kontinuität und Nachhaltigkeit. Ich habe eine Unternehmensplanung, die meistens, so wie bei Gira auch, auf vier, fünf Jahre ausgerichtet ist. Wenn ich mir dagegen die aktiendotierten Unternehmen anschaue: Die müssen Quartalszahlen bringen. Wenn die nicht stimmen, hat das Management ein Problem.

(Stand 2012)

Steckbrief

Geboren

1966

Bei Gira seit

1993

Ausbildung

zum Elektrotechnikermeister (HWK)

Werdegang bei Gira

Lutz Faßbender arbeitete bis 1999 als Berater im technischen Vertrieb und danach bis 2009 als Mitarbeiter Informationssysteme für Arbeitsplatzsysteme. 2001 erfolgte dann die Wahl in den Betriebsrat, seit 2009 ist Lutz Faßbender freigestellter Betriebsratsvorsitzender bei Gira.

Aktuelle Weiterbildungsmaßnahme

Seit 2011 absolviert Lutz Faßbender eine Weiterbildungmaßnahme zum systemischen Coach gemäß DBVC-Standard. In der Freizeit beschäftigt er sich derzeit außerdem mit einem Akademiestudiengang im Fach Sozialwissenschaften an der Fernuni Hagen.

(Stand 2012)

Mehr Menschen bei Gira

Aufbruch mit Ausdauer

Motivation ohne Ende: Die Mitarbeiter des Segments 5 aus der Montage kassierten innerhalb von vier Jahren elf Mal die "Schlauerprämie", die von Gira für die Steigerung der Netto-Produktivität ausgegeben wird. Alles nur wegen des Geldes? Die Teamkoordinatorinnen Christiane Harnischmacher und Lilija Sartison sind anderer Meinung. Sie sagen: "Geld allein kann niemals motivieren."
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Himmelsstürmer mit Bodenhaftung

Der Club der Gira Aktiv Partner ist in der gesamten Branche einmalig. Außergewöhnlich sind nicht nur die vielen Aktivitäten, sondern auch der persönliche Umgang und das vertrauensvolle Verhältnis zwischen Gira und den Mitgliedern. Als Leiter des Clubs spielt Jörg Hessler im Geschehen eine zentrale Rolle.
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Abenteuer mit Sicherungsleine

Im Jahr 2005 bot die Geschäfts- führung ihren Auszubildenden erstmals ein Jahr Arbeit im Ausland an. Im Raum stand ein Aufenthalt in China. Niemand machte Ernst - bis auf Clas Vesper, damals Auszubildender zum Werkzeugmechaniker in der Kunststofffertigung.
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Pioniere mit Vertrauensvorschuss

Gira hat im Jahr 2002 die Türsprechanlage im Schalter- programm erfunden und damit die Welt der Gebäudetechnik revolutioniert. André Dornseiff, Senior-Hardwareentwickler und Hartmut Heinbach, Programmierer für hardwarenahe Software/ Firmware sind die Männer der ersten Stunde.
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Karrierefrau mit Familiensinn

Kind und Karriere: Viele Frauen stellen sich die Frage, wie das funktionieren kann. Christiane Fastenau ist zweifache Mutter und leitet den Bereich Export-Marketing in Teilzeit. "Vieles ist möglich", sagt sie, "wenn das gesamte Paket stimmt."
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Analytiker mit Menschenkenntnis

Lutz Faßbender geht den Dingen gerne auf den Grund: Bei Gira absolvierte er gleich drei auf- wendige Weiterbildungsmaßnah- men in den Bereichen Mediation, Coaching und Organisations- psychologie, um seiner Rolle als Betriebsratsvorsitzender besser gerecht werden zu können.
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Grenzerfahrung mit Rückendeckung

Mit nur 29 Jahren leitet Sebastian Marz das vielleicht größte Organisationsprojekt von Gira: die Einführung von SAP als leitender Software für sämtliche Geschäftsprozesse im Unternehmen.
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Computernerd mit Zukunftsvisionen

Alle Unternehmen wünschen sich kreative und innovative Mitarbeiter. Aber was heißt denn das in technische Berufen? Markus Fromm-Wittenberg weiß es. Er glaubte an die Kombination aus EIB- und Internettechnologie, als alle anderen noch abwinkten - und kreierte ein Produkt, mit dem ein ganzes Haus per Computer gesteuert werden kann.
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Kunststoffkenner mit Forschergeist

Bernhard Hoster ist Technologiemanager im Geschäftsfeld Kunststofftechnik bei Gira. Der Experte hat nicht nur verschiedene leitende Positionen in der Region, sondern auch schon in Japan, China und der Türkei innegehabt. Zudem war er lange Zeit als Dozent an der Hochschule tätig.
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Wegbereiter mit Teamgeist

Jan Böttcher ist Wirtschaftswissenschaftler und hat sich schon im Studium mit nachhaltiger Unternehmensführung befasst. Seine Diplomarbeit hat er als Praxisarbeit bei Gira erstellt und damit das Thema Nachhaltigkeit in das Unternehmen eingebracht. Dafür hat er bei Gira viel Unterstützung erhalten.
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Wissensdurst als Antriebskraft

Lernen ist für sie zur echten Leidenschaft geworden. Biljana Branisavljevic-Sovic hat 2004 bei Gira in der Montage angefangen und sich schon bald auf eine Stelle als Teamkoordinatorin beworben. Schon während sie die zweijährige interne Ausbildung für diese neue Funktion absolviert, denkt sie über die nächste nach.
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Freiraum für innovative Ideen

Claus Schrödinger und Michael Weber haben bei Gira vor 16 beziehungsweise 17 Jahren als Vertriebsingenieure angefangen. Im Rahmen ihrer Tätigkeit bei Planern und Architekten haben sie über die Jahre zunehmend mit der Umsetzung komplexer Funktionen von Gira High-Tech-Produkten in Ausschreibungen zu tun.
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Lebensweg mit starker Begleitung

Wer öfters bei Gira anruft, hat ihren Namen sicherlich schon gehört. Gabriele Günther hat bereits vor 38 Jahren bei Gira als Telefonistin angefangen. Vor sechs Jahren ist sie im Alter von 55 Jahren noch zur Teamleiterin aufgestiegen.
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Impulsgeberin im Dauereinsatz

Als Astrid Jurzitza vor mehr als 25 Jahren bei Gira in der Montage angefangen hat, war sie noch besorgt, ob sie den Akkord schaffen würde. Doch diese Angst ist schnell verflogen. Heute ist sie nicht nur souverän bei der Arbeit, sie denkt auch ständig darüber nach, wie sich die Abläufe dort noch verbessern lassen. Interview lesen

Spezialist mit dem Blick fürs Ganze

Dr. Stefan Pees ist Leiter der Software-Entwicklung IP bei Gira. Er hat den Bereich seit seinem Start bei Gira im Jahr 2010 aufgebaut und sich damit sein Aufgabengebiet selbst erabeiten und definieren können. Den besonderen Gestaltungsspielraum, den seine Position bei Gira bietet, schätzt er sehr.
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Bewegung mit Begeisterung

Ricarda Soyck-Lockner, Leiterin des Personalmanagements, und der Betriebsratsvorsitzende Lutz Faßbender haben bei Gira das Thema betriebliches Gesundheitsmanagement vorangetrieben und die Firmenmitgliedschaft in einem sehr vielfältigen Gesundheitszentrum entwickelt.
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