Aufbruch mit Ausdauer

Hört das nicht auch mal auf? Irgendwann müsste doch alles optimiert sein, was geht.

Christiane Harnischmacher: Nein, es kommt ja immer wieder etwas dazu, ein neues Produkt, jetzt aktuell das SAP-System, da ändern sich die Anforderungen natürlich mit. Und schon machen sich alle wieder Gedanken, wie das ablaufen wird und bauen um.

Lilija Sartison: Mittlerweile ist den Mitarbeitern dieser Veränderungswille so in Fleisch und Blut übergegangen, dass ihnen das schon selbst nicht mehr auffällt. Sie wissen, dass sie nichts blind akzeptieren müssen, was man ihnen vor die Nase setzt.

Und all dies nur wegen der Prämie?

Christiane Harnischmacher: Natürlich hat das auch mit Geld zu tun, aber Sie werden es niemals schaffen, Menschen ausschließlich über Geld zu motivieren. Es muss einfach auch Spaß machen, zu kommen und zu arbeiten. Oft, wenn Herr Dürwald, unser Fertigungsleiter, gefragt hat, was macht euch denn aus, kam die Antwort: Ja, wir dürfen lachen.

Was genau macht Ihnen so viel Spaß bei der Arbeit?

Christiane Harnischmacher: Ich glaube, da ist noch immer diese Aufbruchstimmung bei ganz vielen Mitarbeitern, gleichzeitig ist es aber normal geworden, sich Gedanken über mögliche Veränderungen zu machen. Alle wissen, dass sie nichts hinnehmen müssen, was ihnen nicht zusagt. Und dass Veränderungen keine Angst machen, sondern zu unserem Alltag gehören. Vielleicht haben wir es gut geschafft, dieses Denken in das Team zu implementieren.

Lilija Sartison: Ein Anreiz ist sicher auch die Möglichkeit, ohne unnötige körperliche Strapazen arbeiten zu können. Wenn ich die gleiche Arbeit auf bequeme, ergonomische Art und Weise erledigen kann, ohne völlig erschöpft nach Hause zu gehen, und dabei noch eine Schlauerprämie bekommen kann: wieso nicht?

Also würden Sie das Selbstbestimmungsrecht Ihrer Mitarbeiter als Hauptimpuls für Spaß und Veränderungswille sehen?

Christiane Harnischmacher: Sicher, denn man fällt nicht in ein altes Raster, wenn man selbst an den Veränderungen mitgewirkt hat. Wenn ich sehe, das tut mir doch gut, dann passiert das nicht. Und dieser Grundsatz, nicht zu den Mitarbeitern zu gehen und zu sagen, du musst, sondern zu sagen, sag du mir, wie du es gerne hättest, der wirkt vielleicht am meisten.

Ist es manchmal schwierig, Veränderungen gegenüber Gira durchzuboxen?

Christiane Harnischmacher: Wir sind zwar manchmal ungemütlich, aber Gira ist da insgesamt sehr offen. Nein, im Gegenteil, ich bin eher glücklich darüber, wie viel Selbstständigkeit in meinem Rahmen möglich ist und wie viele Zugeständnisse ich an meine Mitarbeiter machen kann. Und die geben mir das dann auch zurück. Das ist ein Geben und Nehmen. Ohne unser Team sind wir nix.

Also wird Ihr rund 50 Mitarbeiter starkes Team auch in Zukunft noch ein paar Optimierungsmaßnahmen auf den Weg bringen?

Christiane Harnischmacher: Natürlich, wie gesagt, das hört nicht mehr auf. Wir sind übrigens wieder auf dem besten Wege.

Wohin?

Christiane Harnischmacher: In diesem Jahr zum 12. Mal die „Schlauerprämie“ zu bekommen.

Wir drücken Ihnen die Daumen.
 

(Stand 2012)

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Christiane Harnischmacher und Lilija Sartison über Produktivität
sowie über Spaß und Selbstbestimmungsrecht bei der Arbeit.

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Steckbrief

Geboren

1965

Bei Gira seit

2006

Ausbildung

zur Handwerksmeisterin im Bäckerhandwerk

Werdegang bei Gira

Seit 2006 Teamkkordinatorin in Segment 5.

Aktuelle Weiterbildungsmaßnahme

Derzeit absolviert Christiane Harnischmacher eine Weiterbildungsmaßnahme zum technischen Betriebswirt.

(Stand 2012)

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