Computernerd mit Zukunftsvisionen

Alle Unternehmen wünschen sich kreative und innovative Mitarbeiter. Aber was heißt denn das in technischen Berufen? Markus Fromm-Wittenberg weiß es. Er glaubte an die Kombination aus EIB- und Internettechnologie, als alle anderen noch abwinkten – und kreierte ein Produkt, mit dem ein ganzes Haus per Computer gesteuert werden kann. Bis heute ist der Gira HomeServer einzigartig am Markt und seine Fan-Community ebenfalls. Markus Fromm-Wittenberg verrät, wie es dazu kam und welche Ideen ihn heute bewegen.

Herr Fromm-Wittenberg, Sie haben den Gira HomeServer erfunden. Was hat Sie gerade an dieser Idee so gereizt?

Markus Fromm-Wittenberg: Als ich 1992 nach dem Studium als Produktmanager bei Gira anfing, kam gerade die EIB-Technologie auf. Das hat mich damals sehr interessiert, ich dachte, da habe ich die Chance, etwas mitzugestalten. Dazu kam später das Thema Internet, das ja ebenfalls sehr faszinierend war, ein ganz neuer Kosmos.

Wie ist die Idee eines Bordcomputers für das Haus konkret entstanden?

Um die EIB-Technologie im Haus zu steuern, gab es bei Gira schon eine Software für den PC, die wir aber bald ablösen wollten. Durch einen glücklichen Zufall haben wir 1996/97 eine Firma kennengelernt, die eigentlich mehr aus dem Bereich der Datenbankprogrammierung kam, sich aber schon damit auseinandergesetzt hatte, wie man die Internettechnologie für die Gebäudeautomatisierung nutzen kann. Ihr Konzept war allen Wettbewerbern zu weit weg, jeder hat abgewinkt. Bei Gira war zufällig ich der Ansprechpartner und fand das von vornherein interessant.

Welche Aspekte haben Sie gesehen?

Ich habe inständig daran geglaubt, dass uns ein solches Produkt in der Zukunft sehr viel weiterhelfen wird. Deswegen habe ich angefangen, das Thema weiterzudenken.

Hat Gira denn von vornherein verstanden, was Sie da gesehen haben?

Nein, zunächst war das eine versponnene Idee von mir, die von vielen auch als solche abgetan wurde. Aber Gira hat trotzdem das Vertrauen zu mir gehabt und mich dieses Produkt weiterentwickeln lassen. Im ersten Schritt entstand eine reine Softwarelösung. Es stellte sich aber heraus, dass unsere Kunden mit einer reinen Software, basierend auf Windows 95, Schwierigkeiten hatten. Auch war diese Software kein Produkt, das man wirklich anfassen konnte. Heute mit den Apps sind die Menschen längst daran gewöhnt, aber damals war es noch sehr schwierig, Kunden so etwas Virtuelles begreiflich zu machen.

Also haben Sie sich schließlich entschlossen, eine Hardwarekomponente zu entwickeln?

Ja, das war dann der nächste Schritt. Diese Variante, die erste, die auch mit IP ausgerüstet war, haben wir um 2000 herum zum ersten Mal auf der Light + Building vorgestellt. Das ist bombig angekommen.

„Ich habe inständig daran geglaubt, dass uns ein solches Produkt in der Zukunft sehr viel weiterhelfen wird.”

- Markus Fromm-Wittenberg

Spätestens dann hatten Sie sich also gegen alle Widerstände erfolgreich durchgesetzt. Sind Sie ein besonderer Sturkopf, oder warum hat das bei Ihnen so gut funktioniert?

Natürlich hat das auf der einen Seite damit zu tun, an Dinge zu glauben, daran festzuhalten und sich trotz aller Widerstände im Unternehmen durchzusetzen. Da musste ich auch schon mal was einstecken können. Aber das gesamte Paket war eigentlich bahnbrechend: Gira verkauft einen Bordcomputer. Eine Zentrale in einem dezentralen System, die im EIB-System eine Führungsrolle übernimmt. Die dann auch noch updatefähig ist und jede Neuerung kostenlos an den Markt gibt. Alle halbe Jahre konnte sich nun auch der Vertrieb beim Kunden ins Gespräch bringen, denn zu diesem Produkt gab es ja immer wieder etwas Neues zu sagen. Immer wieder entstanden neue Funktionen, die es dem Kunden ermöglichten, bisher nicht da gewesene Lösungen zu entwickeln.

Lesen Sie auf Seite 2:

Markus Fromm-Wittenberg über heutige Entwicklungen und neue Betätigungsfelder

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Markus Fromm-Wittenberg über die Anfangstage des HomeServers,
über heutige Entwicklungen und neue Betätigungsfelder.

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