Himmelsstürmer mit Bodenhaftung

Wurde es noch extremer?

Ja, nach dem Tal ging es immer höher in Richtung Berg, und dann fing irgendwann der Gletscher an, auf dem wir mit unseren Eisen teils extreme Steigungen überwinden mussten, in Fünfergruppen an den Seilen und mit dem Bergführer vorweg. Der gab immer Anweisungen, was hieß, dass wir nicht stehen bleiben sollten, stellenweise hörte man auch schon mal das Eis knacken.

Sie sollten nicht stehen bleiben, weil das Eis sonst brechen könnte?

Ja, der Letzte in der Gruppe ist immer am meisten gefährdet, weil vorher schon mehrere über die Stelle gegangen sind. Einer unserer Kunden ist tatsächlich in eine Gletscherspalte eingebrochen. Aber alle waren ja am Seil, mit Eisen an den Schuhen und Helmen auf dem Kopf, da war das kein großes Problem. Die Gruppe hat ihn gut gehalten, man konnte den Oberkörper auch noch sehen.

Hoppla. Gab es noch weitere „Highlights“ in puncto Grenzerfahrung?

Das letzte Stück war auch noch eine Herausforderung. Der Zuckerhütl war bis vor zehn Jahren noch komplett in Schnee und Eis gehüllt. In den letzten Jahren ist der Gletscher aber stark geschmolzen, sodass man dort einen Geröllhaufen vorfindet mit riesigen Steinen, über die wir die letzten 250 bis 300 Höhenmeter klettern mussten.

Das klingt anstrengend.

Anstrengend, weil es sehr hoch ist, aber die meiste Kraft hat hier die Überwindung gekostet. Wir kamen nach dem Gletscher dorthin und waren sowieso schon erschöpft. Dann sahen wir auf einmal diesen Berg, der noch immer 300 Meter in die Höhe ging, und unser Führer sagte: „Da gehen wir jetzt noch hoch.“ Ein Kunde und ich haben eine halbe Stunde lang mit ihm diskutiert, ob wir das noch machen sollen. Schließlich hat er ein Machtwort gesprochen und gesagt: „Wir gehen jetzt da hoch. Wenn ihr da nicht hochgeht, werdet ihr das euer Leben lang bereuen.“ Und dann haben wir allen unseren Mut zusammengefasst und sind gegangen.

Und schließlich hatten Sie es geschafft. Was war das für ein Gefühl?

Ich habe nur gedacht: Zum Glück hast du das gemacht. Zumal dann der Helikopter mit unserem Kreuz kam, das jetzt auch in allen Wanderkarten auftaucht, da bin ich schon froh, dabei gewesen zu sein. Auch später, als wir wieder unten waren, kam ein richtiges Glücksgefühl auf. Ich konnte mir sagen, jawohl, du hast es geschafft, du hast die Angst überwunden.

Einsätze wie diese haben ja schon recht extreme Seiten. Warum tun Sie sich das an?

Weil das zusammenschweißt. Die besten Kundenbeziehungen entstehen bei solchen Reisen. Wenn Sie in so einer Fünfermannschaft über den Gletscher gehen und wissen, Sie müssen jetzt demjenigen vor und hinter sich vertrauen, dann schweißt das unwahrscheinlich zusammen, so etwas vergisst man nicht.

Redet man auf der Wanderung eigentlich auch mal übers Geschäft?

Ja durchaus. Bei den Wanderungen oder abends auf der Hütte ergibt sich das fast von selbst. Ich versuche aber nur, das ein bisschen anzustoßen. Ich will ja keine Verkaufsveranstaltung durchführen, sondern mit Serviceleistungen weiterhelfen oder Kunden mit interessanten Partnern zusammenbringen.

In Zahlen lässt sich das aber nicht messen, oder?

Nein, so ist das aber auch nicht gedacht, denn unsere gute und vertrauensvolle Beziehung zu den Mitgliedern funktioniert eben genau darum, weil hier nicht nur in Zahlen gedacht wird. Es ist ein Riesenverdienst von Gira, das erkannt zu haben und dieses Konzept überhaupt in der Form mitzutragen und zu finanzieren. Das Unternehmen hat diesen Weitblick, zu sehen, dass mit dem Club nur auf lange Sicht etwas wirklich Positives entstehen kann.

So viel zum Unternehmen. Und wo sehen Sie Ihren besonderen Beitrag zum Club?

Ich denke, ich kann Dinge gut filtern, kann gut zuhören, habe Verständnis für das Geschäft des Handwerks und spreche dessen Sprache. Ich bekomme hier sehr wertvolle Informationen aus der Branche und weiß, wo noch Optimierungsbedarf herrscht. Das ist das eine. Dann gehört natürlich auch ein wenig Kreativität und Abstraktionsvermögen dazu, die Dinge, die man hört, in die Maßnahmen umzusetzen, die wir dann innerhalb des Clubs durchführen. Hier suche ich auch selbst gerne die Abwechslung, finde das Neue inspirierender als Altgewohntes.

Sie sind jetzt seit rund 15 Jahren im Club aktiv. Können Sie nach all der Zeit ein Ergebnis erkennen?

Das sehe ich, wenn ich vor Ort in einen Betrieb fahre. Da kann ich fühlen, welche Fan-Community sich hier über Jahre hinweg entwickelt hat. Es gibt viele Menschen, die stolz sind, „Girianer“ zu sein. Das ist schon toll, zu sehen, dass wir hier für unsere Kunden etwas ganz Persönliches und Unvergessliches geschaffen haben, auch wenn unsere Events nicht die breite Masse erreichen. Aber es sind Events, die unsere Kunden nie wieder vergessen.

(Stand 2012)

Steckbrief

Geboren

1972

Bei Gira seit

1993

Ausbildung

zum Industriekaufmann

Werdegang bei Gira

Jörg Hessler war nach der Ausbildung zunächst mitverantwortlich für das Leistungsangebot des Clubs der Gira Aktiv Partner. Seit 2001 leitet er das Club Service Center der Gira Aktiv Partner. Heute ist er zusätzlich verantwortlich für den Gira Marketing-Service und für die Partnerkonzepte der Gira Revox Studios und der System-Integratoren. Während seiner Zeit bei Gira absolvierte er diverse Weiterbildungmaßnahmen. Neben dem fortlaufenden Englischunterricht nimmt er an allen Clubseminaren für die Zielgruppe Unternehmer, Unternehmerin, Junior/Nachfolger, Büroteam, Meister, Techniker und Lehrlinge teil.

Aktuelle Weiterbildungsmaßnahme

Wie oben beschrieben, gilt die Teilahme an den Cubseminaren auch für 2012. Besonders freut sich Jörg Hessler in diesem Kontext auf ein Präsentationsseminar mit Stimmtraining durch einen Radio-Moderator.

(Stand 2012)

Mehr Menschen bei Gira

Aufbruch mit Ausdauer

Motivation ohne Ende: Die Mitarbeiter des Segments 5 aus der Montage kassierten innerhalb von vier Jahren elf Mal die "Schlauerprämie", die von Gira für die Steigerung der Netto-Produktivität ausgegeben wird. Alles nur wegen des Geldes? Die Teamkoordinatorinnen Christiane Harnischmacher und Lilija Sartison sind anderer Meinung. Sie sagen: "Geld allein kann niemals motivieren."
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Himmelsstürmer mit Bodenhaftung

Der Club der Gira Aktiv Partner ist in der gesamten Branche einmalig. Außergewöhnlich sind nicht nur die vielen Aktivitäten, sondern auch der persönliche Umgang und das vertrauensvolle Verhältnis zwischen Gira und den Mitgliedern. Als Leiter des Clubs spielt Jörg Hessler im Geschehen eine zentrale Rolle.
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Abenteuer mit Sicherungsleine

Im Jahr 2005 bot die Geschäfts- führung ihren Auszubildenden erstmals ein Jahr Arbeit im Ausland an. Im Raum stand ein Aufenthalt in China. Niemand machte Ernst - bis auf Clas Vesper, damals Auszubildender zum Werkzeugmechaniker in der Kunststofffertigung.
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Pioniere mit Vertrauensvorschuss

Gira hat im Jahr 2002 die Türsprechanlage im Schalter- programm erfunden und damit die Welt der Gebäudetechnik revolutioniert. André Dornseiff, Senior-Hardwareentwickler und Hartmut Heinbach, Programmierer für hardwarenahe Software/ Firmware sind die Männer der ersten Stunde.
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Karrierefrau mit Familiensinn

Kind und Karriere: Viele Frauen stellen sich die Frage, wie das funktionieren kann. Christiane Fastenau ist zweifache Mutter und leitet den Bereich Export-Marketing in Teilzeit. "Vieles ist möglich", sagt sie, "wenn das gesamte Paket stimmt."
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Analytiker mit Menschenkenntnis

Lutz Faßbender geht den Dingen gerne auf den Grund: Bei Gira absolvierte er gleich drei auf- wendige Weiterbildungsmaßnah- men in den Bereichen Mediation, Coaching und Organisations- psychologie, um seiner Rolle als Betriebsratsvorsitzender besser gerecht werden zu können.
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Grenzerfahrung mit Rückendeckung

Mit nur 29 Jahren leitet Sebastian Marz das vielleicht größte Organisationsprojekt von Gira: die Einführung von SAP als leitender Software für sämtliche Geschäftsprozesse im Unternehmen.
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Computernerd mit Zukunftsvisionen

Alle Unternehmen wünschen sich kreative und innovative Mitarbeiter. Aber was heißt denn das in technische Berufen? Markus Fromm-Wittenberg weiß es. Er glaubte an die Kombination aus EIB- und Internettechnologie, als alle anderen noch abwinkten - und kreierte ein Produkt, mit dem ein ganzes Haus per Computer gesteuert werden kann.
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Kunststoffkenner mit Forschergeist

Bernhard Hoster ist Technologiemanager im Geschäftsfeld Kunststofftechnik bei Gira. Der Experte hat nicht nur verschiedene leitende Positionen in der Region, sondern auch schon in Japan, China und der Türkei innegehabt. Zudem war er lange Zeit als Dozent an der Hochschule tätig.
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Wegbereiter mit Teamgeist

Jan Böttcher ist Wirtschaftswissenschaftler und hat sich schon im Studium mit nachhaltiger Unternehmensführung befasst. Seine Diplomarbeit hat er als Praxisarbeit bei Gira erstellt und damit das Thema Nachhaltigkeit in das Unternehmen eingebracht. Dafür hat er bei Gira viel Unterstützung erhalten.
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Wissensdurst als Antriebskraft

Lernen ist für sie zur echten Leidenschaft geworden. Biljana Branisavljevic-Sovic hat 2004 bei Gira in der Montage angefangen und sich schon bald auf eine Stelle als Teamkoordinatorin beworben. Schon während sie die zweijährige interne Ausbildung für diese neue Funktion absolviert, denkt sie über die nächste nach.
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Freiraum für innovative Ideen

Claus Schrödinger und Michael Weber haben bei Gira vor 16 beziehungsweise 17 Jahren als Vertriebsingenieure angefangen. Im Rahmen ihrer Tätigkeit bei Planern und Architekten haben sie über die Jahre zunehmend mit der Umsetzung komplexer Funktionen von Gira High-Tech-Produkten in Ausschreibungen zu tun.
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Lebensweg mit starker Begleitung

Wer öfters bei Gira anruft, hat ihren Namen sicherlich schon gehört. Gabriele Günther hat bereits vor 38 Jahren bei Gira als Telefonistin angefangen. Vor sechs Jahren ist sie im Alter von 55 Jahren noch zur Teamleiterin aufgestiegen.
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Impulsgeberin im Dauereinsatz

Als Astrid Jurzitza vor mehr als 25 Jahren bei Gira in der Montage angefangen hat, war sie noch besorgt, ob sie den Akkord schaffen würde. Doch diese Angst ist schnell verflogen. Heute ist sie nicht nur souverän bei der Arbeit, sie denkt auch ständig darüber nach, wie sich die Abläufe dort noch verbessern lassen. Interview lesen

Spezialist mit dem Blick fürs Ganze

Dr. Stefan Pees ist Leiter der Software-Entwicklung IP bei Gira. Er hat den Bereich seit seinem Start bei Gira im Jahr 2010 aufgebaut und sich damit sein Aufgabengebiet selbst erabeiten und definieren können. Den besonderen Gestaltungsspielraum, den seine Position bei Gira bietet, schätzt er sehr.
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Bewegung mit Begeisterung

Ricarda Soyck-Lockner, Leiterin des Personalmanagements, und der Betriebsratsvorsitzende Lutz Faßbender haben bei Gira das Thema betriebliches Gesundheitsmanagement vorangetrieben und die Firmenmitgliedschaft in einem sehr vielfältigen Gesundheitszentrum entwickelt.
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Gira als Arbeitgeber

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