Karrierefrau mit Familiensinn

Kind und Karriere: Viele Frauen stellen sich die Frage, wie das funktionieren kann. Christiane Fastenau ist Mutter eines Sohnes und einer Tochter im Alter von neun und zwölf Jahren. Seit zwei Jahren leitet sie den Bereich Export- Marketing in Teilzeit und hat sich damit einer Arbeit verschrieben, bei der häufige Auslandsreisen dazugehören. „Vieles ist möglich“, sagt sie, „wenn das gesamte Paket stimmt.“

Frau Fastenau, Sie betreuen in Ihrem Bereich gemeinsam mit einem Mitarbeiter 38 Export-Länder. Sie reisen viel um die Welt und haben einen ausgefüllten Job, obwohl Sie zwei Kinder haben. Sind Sie die „Ursula von der Leyen“ von Gira?

Christiane Fastenau: Nein, ganz bestimmt nicht, das fehlte mir noch. Ich habe ja auch nur zwei und nicht sieben Kinder.

Viele Frauen beschäftigen sich mit der Frage, wie die Schere zwischen Kind und einem Beruf, der auch Erfüllung bietet, klappen kann. Wie funktioniert das bei Ihnen?

Ich würde sagen, das ist eigentlich das gesamte Paket. Bei uns zu Hause wird das Thema Familie gelebt. Mein Mann unterstützt mich, der ist selbstständig und kann sich die Termine auch mal so einteilen, wie ich das brauche. Dazu kann ich immer auf meine Mutter, die Schwiegereltern und meine Schwester zurückgreifen, die die Tagesmutter für meine Kinder ist. Auf der anderen Seite habe ich aber auch das Unternehmen Gira, das mir überhaupt die Chance gegeben hat, diese Position in Teilzeit auszufüllen.

Das empfinden Sie als Chance und nicht als Selbstverständlichkeit?

Ja, das sehe ich als Chance, denn es muss ja von der Organisation her erst mal möglich sein, 20, 25 oder 30 Stunden zu arbeiten, und davon noch zwei Tage die Woche zu Hause. Wichtig ist vor allem, dass ich an möglichst vielen Arbeitssitzungen teilnehmen kann.

Wie sieht Ihre Woche genau aus?

Ich arbeite momentan 35 Stunden die Woche. Montags und mittwochs bin ich den ganzen Tag und freitags den halben Tag im Unternehmen. Dienstags und donnerstags arbeite ich im Homeoffice. Dieser Rhythmus ist auf die Stundenpläne der Kinder abgestimmt und kann auch schon mal wechseln.

Wie kommen Ihre Kunden damit zurecht?

Meine Kunden haben sich daran gewöhnt. Sie wissen, wie ich arbeite, und rufen auch zu Hause an. Mit vielen bin ich mittlerweile sowieso recht nahe. Sie kennen meine Kinder, und im Gegenzug weiß ich, wann der Dackel meiner Kunden Geburtstag hat oder wenn jemand im Krankenhaus liegt. Das ist eingespielt und macht auch darum die Sache leichter.

„Die Einstellung, diese Flexibilität war immer
eine Grundhaltung des
Unternehmens …”

- Christiane Fastenau

Also läuft alles meistens harmonisch und reibungslos?

Mein Abteilungsleiter schluckt schon manchmal, wenn ich mittendrin gehen muss. Dann ist es zum Beispiel kurz nach vier, und um halb fünf muss ich meine Tochter von der Musikschule abholen. Das ist ein fixer Termin, da kann ich nicht eine halbe Stunde später da sein. Mir ist da nie ein Vorwurf gemacht worden, aber natürlich ist das für meinen Chef trotzdem manchmal eine Herausforderung. Auf der anderen Seite versuche ich, zu 100 % verlässlich zu sein, also darauf zu achten, dass ich mein Pensum schaffe und die Ergebnisse stimmen. Es ist immer ein Geben und Nehmen.

Lesen Sie auf Seite 2:

Christiane Fastenau über ihre Reisen und die Arbeit vor Ort

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Christiane Fastenau über Organisation in der Teilzeitarbeit
sowie über ihre Reisen und die Arbeit vor Ort.

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