Kunststoffkenner mit Forschergeist

Das heißt, obwohl Sie ein Vertreter der Kunststoffsparte sind, trauen Sie sich auch, über Alternativen zu Kunststoff nachzudenken?

Die sind sogar im Fokus. Das sind Punkte, die wir uns sehr genau anschauen. Ich bin auch nicht dafür, dass die Meere mit Plastikmüll verschmutzt werden. Ich sehe auch manchmal im Alltag Verpackungen, bei denen ich denke, das muss wirklich nicht sein. Da muss man genauer hinschauen. Solche Überlegungen gelten aber nicht nur für Kunststoffe, sondern für jeden Werkstoff. Man muss jeden Werkstoff so einsetzen, wie man ihn wirklich braucht und wie er den größten Nutzen hat.

Zurück zu Ihrem Beruf – mit mehr als 20 Jahren haben Sie jede Menge Berufserfahrung. Sie haben in vielen wichtigen Positionen gearbeitet – national wie international. 2011 haben Sie dann gesagt: Ich gehe zu Gira. Was hat Sie daran gereizt?

Ich habe im Berufsleben so um die 1000 Firmen kennengelernt und mit einigen Unternehmen sehr intensiv gearbeitet. Ich habe große Konzerne kennengelernt wie Siemens, Daimler oder Denso, den zweitgrößten Automobilzulieferer. Gira kenne ich schon seit mehr als 20 Jahren. Bei der ISK in Iserlohn hatten wir immer Dienst- oder Kooperationsverträge mit Gira. Schon damals habe ich bei der Zusammenarbeit gemerkt, dass Gira eine besonders gute Kultur hat. Es gibt wenige Firmen, bei denen solch eine Kultur von oben von der Geschäftsführung bis zu den Mitarbeitern ganz nach unten durchgetragen wird. Das hat mich immer begeistert. Daher hat es mich natürlich gereizt, bei Gira anzufangen. Ich bekomme hier auch sehr viele Freiräume für meine Arbeit und die Entwicklung von Ideen. Das ist für mich sehr wichtig.

An welchen Projekten arbeiten Sie gerade?

Ich arbeite an neuen Produkten und Systemen, darüber darf ich aber nicht genauer berichten. Denn die befinden sich noch in der Entwicklungsphase. Aber ich kann auf jeden Fall über einen anderen wichtigen Bereich meiner Tätigkeit sprechen. Zusätzlich zum Technologiemanagement bin ich auch Leiter der Verfahrenstechnik geworden. Die Optimierung der Prozesse und Werkzeuge ist ein wichtiger Punkt, um Qualität und Wirtschaftlichkeit zu gewähren. Ich leite auch ein Technikum hier im Haus mit vier verschiedenen Maschinen. Das macht mir sehr viel Spaß, weil wir da auch neue Technologien entwickeln können. Zudem habe ich für den Kunststoffbereich eingeführt, dass wir Diplomarbeiten im Hause durchführen. Darüber versuche ich das zu leben, was ich früher auch immer gemacht habe, dass ich Innovationen einbringe.

Wenn Sie die vielen Firmen, für die Sie in der Vergangenheit gearbeitet haben, mit Gira vergleichen: Was ist der größte Unterschied?

Der größte Unterschied ist das Menschliche. Wie gut die Menschen hier miteinander umgehen und dass die Geschäftsführung ihre Ziele bis nach unten vertritt. Das heißt, es ist eine Geradlinigkeit im Unternehmen. Gira ist extrem innovativ, für mich eine der innovativsten Firmen, die ich überhaupt kennengelernt habe. Hier wird auch Geld in die Hand genommen, hier denkt man an die Zukunft. Es geht Gira darum, Dinge nach vorne zu treiben, aber vernünftig, nicht übereilt. Man lässt sich Zeit bei Entwicklungen, das ist ganz außergewöhnlich. Das verstehe ich auch als einen Teil der Gira Kultur.

Als jemand, der weit gereist und welterfahren ist – wie fühlen Sie sich in Radevormwald?

Ich lebe gern hier. Vor allem schätze ich es sehr, in der örtlichen Nähe zur Firma zu wohnen. Und wir haben hier in der Region ein Zentrum der Kunststofftechnik mit mehr als 350 Firmen im Umkreis von etwa 100 Kilometern – das ist also auch in dieser Hinsicht ein sehr interessanter Standort, in dem unterschiedlichste Netzwerke im Kunststoffbereich vorhanden sind und von Gira intensiv genutzt werden. Landschaftlich sind das Bergische Land und das Sauerland reizvoll und bieten die unterschiedlichsten Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Auf engstem Raum ist also alles vorhanden, um Beruf und private Interessen zu verbinden.

(Stand 2014)

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Bernhard Hoster über Inspiration und Innovation
sowie die Vorteile des Standorts Radevormwald.

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Steckbrief

Geboren

1962

Bei Gira seit

2011

Studium

Maschinenbau mit der Studienrichtung Kunststofftechnik an der Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn

Werdegang

Nach dem Studium wurde er Leiter der Duroplastabteilung am Kunststoff-Institut in Lüdenscheid. 1996 war er an der Gründung der Firma Iserlohner Kunststoff-Technologie GmbH [ISK] beteiligt und wurde dort Geschäftsführer. Für diese Tätigkeit war er weltweit unterwegs, arbeitete für längere Zeit in Istanbul und China.

Werdegang bei Gira

Seit 2011 ist er Leiter des Technologiemanagements bei Gira.

(Stand 2014)

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