Lebensweg mit starker Begleitung

Sie haben vor einiger Zeit bedrohliche gesundheitliche Probleme überwinden müssen. Trotz bleibender Einschränkungen meistern Sie nun wieder bestens Ihren Job und sind auch als Mitglied des Betriebsrates aktiv. Wie schaffen Sie das alles?

Ganz einfach: Ich arbeite sehr gerne. Aber natürlich musste ich lernen, auch einen Gang runterzuschalten, was mir bis heute immer noch schwerfällt. Nun bin ich schon seit zwölf Jahren als Betriebsrat tätig. Und ich habe gerade für vier weitere Jahre die Zustimmung meiner Kollegen bekommen. Aber auch da werde ich nicht mehr in so vielen Ausschüssen tätig sein wie vorher, dafür aber genauso intensiv.

Wie hat sich der Arbeitgeber in dieser schwierigen Lebenssituation verhalten?

Ich erzähle einfach mal ein Beispiel: Als ich noch im Krankenhaus lag, habe ich erfahren, dass ich von nun an ein Sauerstoffgerät nutzen muss. Da habe ich mit meinem Vorgesetzten gesprochen und gesagt, na gut, das kann ich ja in meinem Zimmer hinter dem Empfang tragen. Da sieht mich dann keiner mit dem Gerät. Da hat mir mein Chef tüchtig den Kopf gewaschen und gesagt: „Das ist doch kein Makel, für den man sich schämen muss. Du kannst dich selbstbewusst mit dem Gerät zeigen und dich durch die Firma bewegen. Du brauchst dich nicht damit zu verstecken.“ Und so mache ich das jetzt, in der Hoffnung, dass ich dadurch den ein oder anderen Kollegen in einer entsprechenden Situation ermutigen kann.

Da sehen Sie also auch eine Vorbildfunktion, die Sie erfüllen?

Ja, als Ermutigung für andere sehe ich das. Aber Sie können mir glauben, dass mir das am Anfang nicht leichtgefallen ist. Wenn ich mit dem Gerät durch den Betrieb gehe, habe ich zumindest das Gefühl, dass die Kollegen besorgt oder erschrocken aufschauen. Das kostet schon Überwindung. Aber ich bin stolz auf mich, das geschafft zu haben. Und Gira hat mich unterstützt, mich dazu ermutigt, damit offen umzugehen. Darüber bin ich sehr froh.

Wie entspannen Sie sich, wenn der Job Sie doch sehr schafft? Was tun Sie, um dann wieder fit zu werden?

Im Winter nutze ich das Angebot von Gira und besuche das Fitnesscenter oder ich entspanne auch mal gerne mit einem guten Buch auf dem Sofa. Im Sommer bin ich draußen und genieße meinen Garten. Was mich sehr entspannt, ist Kochen und Backen. Ich lade sehr gerne Freunde ein und freue mich, wenn sie sich bei mir wohlfühlen und ihnen das Essen gut schmeckt, das ich gekocht habe. Wenn das Wetter es erlaubt, gehe ich spazieren. Schon bei geringer Belastung muss ich das Sauerstoffgerät mitnehmen. Übrigens habe ich es Willy getauft, denn es ist mein ständiger Begleiter. Beim Spazierengehen benutze ich zusätzlich einen Rollator, der mich dabei unterstützt, den fünf Kilogramm schweren Willy zu transportieren. Auch an den Rollator musste ich mich erst mal gewöhnen. Ich habe da immer so meine Runde, die ich gehe. Für die brauchte ich am Anfang eine Stunde. Nun schaffe ich die schon in 45 Minuten.

Es sind für Sie nur noch wenige Jahre bis zum Ruhestand. Wenn es dann so weit ist, wird Ihnen Gira fehlen?

Ja, Gira wird mir sehr fehlen, vor allem der Kontakt zu den Kollegen. Aber auch die Arbeit und die verschiedenen Aufgaben werde ich vermissen. Ich sitze immer noch gerne am Telefon und führe Gespräche. Was ich im Ruhestand machen möchte, darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Ich hätte schrecklich gerne wieder einen Hund. Das geht mit meiner Erkrankung leider nicht mehr. Dafür bin ich nicht immer fit genug. Daher habe ich mir jetzt überlegt, ich werde regelmäßig ein Altersheim oder ein Krankenhaus besuchen und dort vorlesen oder ich werde Vorlesetante in einem Kindergarten. Vielleicht geht das ja auch später mal in der Gira Kindertagesstätte. Das wäre schön, dann kann ich darüber Kontakt zu der Firma halten.

(Stand 2014)

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Gabriele Günther über die schönsten Momente im Job, ihren Aufstieg
sowie wichtige Ermutigung.

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Steckbrief

Geboren

1952

Bei Gira seit

1976

Ausbildung

Einzelhandelskauffrau

Werdegang bei Gira

Sie beginnt bei Gira als Mitarbeiterin in der Zentrale. Seit 2001 ist sie Mitglied im Betriebsrat. Sie absolviert eine interne Fortbildung und wird 2008 fachliche und 2009 disziplinarische Teamleiterin. Außerdem wird sie zum Contract Manager der Telefonanlage und damit Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um die Telefonie bei Gira.

(Stand 2014)

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