Wissensdurst als Antriebskraft

Lernen ist für sie zur echten Leidenschaft geworden. Biljana Branisavljevic-Sovic hat 2004 bei Gira in der Montage angefangen und sich schon bald auf eine Stelle als Teamkoordinatorin beworben. Schon während sie die zweijährige interne Ausbildung für diese neue Funktion absolviert, denkt sie über die nächste nach. So beginnt sie direkt im Anschluss eine Meisterausbildung. Trotz Schichtdienst im Job und drei Terminen an der Meisterschule in der Woche hält die alleinerziehende Mutter durch und schließt die Ausbildung erfolgreich ab. Jetzt arbeitet sie als Schichtleiterin in der Kunststofffertigung und plant ihr berufsbegleitendes Hochschulstudium.

Sie arbeiten in der Kunststofffertigung im Schichtdienst, im sogenannten Konti-Schichtmodell. Zu welcher Zeit haben Sie heute gearbeitet, und wie sieht es in den nächsten Tagen aus?

Biljana Branisavljevic-Sovic: Ich habe heute Morgen um 5.30 Uhr angefangen. Morgen und übermorgen habe ich Spätschicht, dann Freitag, Samstag und Sonntag Nachtschicht. Danach habe ich zwei Tage frei.

Geht es immer so gleichbleibend in diesem Rhythmus weiter?

Nein, das ändert sich. Sieben Tage habe ich jetzt am Stück: zweimal Frühschicht, zweimal Spätschicht, dreimal Nachtschicht. Dann habe ich zwei Tage frei. Und dann geht das weiter mit zwei Tagen Frühschicht, zwei Tagen Spätschicht, einmal Nachtschicht, dann vier Tage frei. Im Endeffekt ist es so, dass ich ein bis zwei Wochenenden im Monat arbeite. Nach jedem Nachtschichtblock sind zwei bis vier Tage frei. Es hängt davon ab, ob das Wochenende dazwischenfällt.

Wie nutzen Sie Ihre Freizeit, wenn Sie sich vom Schichtdienst erholen? Der Rhythmus ist ja doch ein anderer, wenn man mal ein Wochenende durcharbeitet oder mal früh anfängt und mal spät.

Den ersten Tag der Nachtschicht, den registriert man eigentlich gar nicht. Dadurch, dass ich alleinerziehend bin, ist es so, dass ich da gar nicht schlafen gehe, sondern tagsüber die Hausarbeiten erledige, die an den vorherigen Tagen liegen geblieben sind. Den zweiten Tag verbringe ich mit meiner Tochter. Da gibt es Schulaufgaben, die gemacht werden müssen, da schaue ich, wie ich ihr helfen kann, den Unterrichtsstoff zu bewältigen. Überwiegend verbringe ich die Zeit mit Kind, Hund und Haushalt. Das ist dann meine Erholung.

Sie haben eine Ausbildung als Zerspanungsmechanikerin Fachrichtung Schleiftechnik gemacht. Wie kamen Sie darauf? Haben Sie immer schon ein handwerkliches und technisches Interesse gehabt?

Ja, das hat mir immer schon Spaß gemacht. Meine Eltern hatten früher einen Traktor. Ich habe lieber einen Ölwechsel an dem Fahrzeug durchgeführt als mit Barbies gespielt. Das hat mir viel mehr gelegen. Ich war auch nie so eine, die sich besonders fürs Schminken und für Klamotten interessiert hat. Auch in der Ausbildung war das so. Ich habe frühmorgens zur Arbeit meine ölverschmierten Anziehsachen angezogen – und das war immer okay.

„Ich brauche Veränderungen, ich liebe es, zu lernen und neue Ziele zu erreichen.“

- Biljana Branisavljevic-Sovic

Sie haben in der Montage angefangen und dort eine Ausbildung zur Teamkoordinatorin gemacht. Wie ging es dann weiter?

Als ich 2004 in der Montage angefangen habe, da habe ich mich schon bald auf eine Stelle als Teamkoordinatorin beworben und dort eine zweijährige interne Ausbildung gemacht. Dann folgte eine Ausbildung zur Industriemeisterin, die habe ich auch erfolgreich abgeschlossen. Nach der Meisterausbildung habe ich mich auf die Stelle in der Kunststofffertigung beworben, weil dort ein Schichtleiter gesucht wurde. Und die Stelle habe ich dann auch bekommen.

Lesen Sie auf Seite 2:

Biljana Branisavljevic-Sovic über die Lust am Lernen

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Biljana Branisavljevic-Sovic über den Schichtdienst, die wichtige Zeit mit der Tochter
sowie die Lust am Lernen.

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